Kategorien
Freizeit & Hobbys

Als ich kurzzeitig zum Feuerwehrmann wurde

Lesedauer: 4 Minuten

Ja, ich weiß – Mein Leben ist ein bisschen crazy. Genau deswegen erzähle ich euch davon, wie ich an einem chilligen Freitagmorgen eine halbe Rettungsaktion durchführen musste und kurz zum Feuerwehrmann wurde (meiner Meinung nach).

Wo fang’ ich an? Es war, wie erwähnt, ein richtig chilliger Tag. Ich hatte mir freigenommen, um ein paar Dinge zu erledigen und mich auszuruhen. Merkt euch das Wort “ausruhen”. 🙃

Wie ich es jeden Morgen tue, machte ich mir einen schönen, heißen Espresso und setzte mich an den Frühstückstisch. Da die erste Red Flag: niemand war da. Ich saß ganz alleine in meinem Wohnzimmer, wo sonst so viel Chaos herrschte.

Da ich Red Flags ignoriere, ignorierte ich dieses Mysterium. Ich saß also gemütlich da und dachte mir nichts, als ich auf einmal lautes Geschrei vernahm. Ich zog kurz meine Kopfhörer raus, um dem Geschrei zu lauschen und identifizierte es als das Nörgeln meiner kleinen Schwester.

Auch diese Red Flag ignorierte ich, da ich dachte, dass es sich um nichts Wichtiges handelte. Als ich dann aber meinen Stiefvater in dem höchsten Ton, den ich ihn je habe schreien hören, hörte, entschied ich mich endlich dazu, abzuchecken, was passiert ist.

Ich ging also die Treppen hoch bis zum Dachboden, wo sich meine gesamte Familie befand. Alle sahen extrem aufgelöst aus und rannten wirr herum. Mum hatte Soja in der Hand – Soja ist meine Katze und in dem Fall keine chinesische Soße.

Was mich verwunderte, war der Fakt, dass wir zwei Katzen haben. Mit einem Blick zum offenen Dachbodenfenster mit Pfötchen Flecken wusste ich Bescheid, was passiert war. Meine andere Katze (Tofu) war aus dem Fenster geklettert. Alle waren am Schreien – außer ich. Spirituell befand ich mich ganz woanders.

Ich entschied mich jedoch dazu, in den Garten zu rennen, um nachzusehen, ob sich Tofu dort befand. Doch weit und breit keine Spur von dem Kater. Die anderen rannten mit Leckerlis in der Hand im Haus herum, während ich im Garten plötzlich ein fernes, leises Miauen hörte. Es war aber kein normales (“heyyy, ich will essen”) miau, sondern ein (“ICH STERBE, HILFE!!!”) miau.

Voller Angst rannte ich im Garten herum, um zu erkennen, von wo das Miau kam. Ich suchte und suchte, bis meine Schwester in den Garten kam und kurz nach oben zeigte. Aber wohin nach oben? That’s right – sie zeigte auf unsere Terrassenüberdachung.

Als ich ihrem Finger folgte, sah ich es – Tofu saß komplett verängstigt und zitternd auf dieser Überdachung. Er war von unserem Dachbodenfenster aus dorthin gesprungen.

(Fragt mich nicht, wie er das geschafft hat.)

Während ich versuchte, den nächsten Schritt zu kalkulieren, fing meine Schwester plötzlich lautstark an zu weinen. Das erschreckte den Kater und so sprang er zur Dachterrasse meiner Nachbarn. Was nun? Meine Mum forderte mich dazu auf, anzurufen und so tat ich das. 

<<Hallo?>>

<<Hallöchen. Sorry für die Störung, aber wir hätten hier ein kleines Problemchen. Und zwaaaar. Kurz gesagt ist unsere Katze halt gerade auf eurer Dachterrasse.>>

<<Was?? Ach herrje. Wir sind gerade auf Urlaub. Nimm dir einfach unseren Schlüssel, dann kannst du ihn von unserem Garten aus holen.>>

<<Vielen Dank, omg. Und wo ist der?>>

<<Ach, der wird da irgendwo sein.>>

Das war 1 zu 1, was sie uns gesagt hatte. Ach, der wird da irgendwo sein.

Also hatten wir eine neue Mission: Den Schlüssel finden. Wir rannten also wie irre hin und her und suchten diesen Schlüssel. Wir guckten unter alle Steine und Töpfe, die es da gab, aber vergeblich.

Es wurde so lange gesucht, bis mein Stiefvater plötzlich den EINFALL DER EINFÄLLE hatte. Also wirklich – Einstein wäre da nicht drauf gekommen. Mein Stiefvater meinte nämlich (nach 20 Minuten suchen), dass wir doch eh einen Ersatzschlüssel Zuhause hätten. REALLY?? NACH 20 MINUTEN?  

Wir holten also diesen Ersatzschlüssel und öffneten damit die Gartentür der Nachbarn. Und da saß er. Auf der Terrassenüberdachung.

Ich holte schnell eine Leiter, um ihn da runterzuholen. Es fühlte sich an, wie bei diesen Filmen, bei denen Feuerwehrleute verängstigte Katzen von den Bäumen retten.

Als ich ihn mir jedoch grabben wollte, war er so ängstlich, dass er vor mir wegrannte, sodass ich ihn alleine mit der Leiter nicht mehr erreichen konnte. Im Nachhinein gesehen, hätten wir ihn einfach mit Essen anlocken sollen. Meine Mum meinte jedoch, ich solle doch auf die Dachterrasse raufklettern, also tat ich das.

Ich rannte also dort oben herum, im Versuch, meine Katze zu fangen. Meine Schwester hysterisch am Weinen, meine Mutter am Herumschreien und ich auf der Dachterrasse stehend und auf einmal fährt so ein Fahrradfahrer an uns vorbei und Leute – ich habe noch nie so ein verwirrtes Gesicht gesehen. 

Nach ein paar Versuchen hatte ich es endlich geschafft, Tofu einzufangen, doch das gefiel ihm eher weniger und so kratzte er mich, was das Zeug hält. (Ich bin dir nicht böse, Tofu.) 

Während er um sein Leben kämpfte, holte ich ihn runter. Endlich unten waren alle mega happy, ihn wiederzuhaben und The Moral of the Story: Lasst eure Dachbodenfenster nicht offen.

PS: Das hat meine Schwester gemalt, weil sie meinte, ich wäre ihre Heldin. (WIE CUTE, ICH STERBE)

3
5
3
4
5
Jana Sokoll

Von Jana

Hello ˙ᵕ˙ Ich liebe Frösche und schreib gern Texte. Ich freu mich riesig dich kennenzulernen! Mein Name ist Jana und ich liebe das Film making und viele andere Dinge. ( Frösche ˃ ◡ ˂ ) Schreib mich gerne mal an, wenn du Fragen hast.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert