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Ausflüge

Mein Schwung durch die Luft

Lesedauer: 3 Minuten

Wie steht ihr zur Höhe? Seid ihr Fans von Sprüngen, Schwüngen oder freiem Fall in die Tiefe oder habt ihr es noch nie ausprobiert, wollt das aber unbedingt noch ändern? Ich habe einen Schwung auf meiner Sportwoche gewagt und berichte euch gerne über meine Erfahrungen. 

Es war am Morgen. Ich finde mich in einem schmalen Tal wieder, überschattet von Bergen und heruntergekühlt von Wind und Wasser. Alles war ruhig. Soeben stiegen massenweise Schüler aus dem Bus, der uns gebracht hatte. Jeder einzelne von ihnen war hier, um Neues zu lernen oder sich zu verbessern. Ich mit eingenommen. Wir überquerten also eine kleine Brücke, die uns über einen schmalen Fluss führte. Wir hatten noch etwas Fußweg vor uns, aber in der Ferne konnte ich es schon erkennen. Ein riesiges Konstrukt aus Holzpfosten, die sich meterweit in die Höhe streckten und sich vor mir aufbäumten. Zwischen ihnen aufgespannt waren dicke Seile, bewegliche Holzblöcke und dünne Stahlseile. Sie zogen sich zwischen den Pfählen hin und her und spannten ein straffes Netz voller Aufgaben in den Himmel. Ein Hochseilklettergarten. Das war der Ort, an dem ich eine wunderbare und einzigartige Erfahrung machen durfte. Wir wurden begrüßt von einem freundlichen Kletterlehrer, dessen Wissen und Enthusiasmus an diesem Sport auf uns übersprang, als er uns erklärte, wie man die Knoten zum Klettern bindet.

Nachdem wir alles erklärt bekommen hatten, waren wir bereit für die nächsten Tage. Doch der heutige war noch nicht zu Ende. Eine andere Klettergruppe löste uns ab und wir wurden an einen anderen Platz gebracht. Er war direkt am Ufer eines großen Sees. Das Wasser schimmerte ruhig und klar in der Morgensonne. Es war wie eine große blaue Masse, die entspannt in ihrem Seebett lag und auf den Start des Tages wartete. Am Ufer standen zwei, fest im Boden verankerte Holzmasten. Dazwischen gespannt war ein Seil, das weit nach hinten reichte und dort an kleineren Holzbalken fixiert war. Viele kleinere Seile waren daran montiert. Diese hingen derzeit allerdings still zu Boden. Ein einziges Seil war noch da. Es war nicht wie die anderen. Es war viel kürzer, viel dicker und es hatte einen Karabiner daran befestigt. Was kann das wohl bedeuten? Unsere Gruppe rüstete sich mit Klettergurten und Helmen aus. Die erste mutige Person meldete sich und wurde eingewiesen in das, was jetzt gleich passieren würde. Die Person wurde eingehängt in den Karabiner und baumelte nun an dem kurzen Seil. Alle anderen der Gruppe wurden angewiesen, ein Seil, das zu Boden hing, bei einer bestimmten Vorrichtung einzufädeln und anzufangen zu ziehen. Durch den vereinten Zug wurde die Person in die Höhe gezogen. Auf geschätzten zwölf Metern baumelte diese. Kurze Zeit später begann der Kletterführer einen Countdown: 3, 2, 1. Bei seinem letzten Wort löste er durch das Hinunterziehen eines Seiles einen Mechanismus aus, der dafür sorgte, dass die Person in freien Fall geriet.

Viele Personen kamen noch vor mir dran, aber dann war es soweit. Ich machte mich bereit. Ich wurde eingehängt und hochgezogen. Umso weiter sich der Boden unter meinen Füßen entfernte, umso gespannter war ich. Oben angekommen fühlte sich an, als würde ich horizontal in Richtung Erde hängen. Viel zu dramatisch. In Wirklichkeit war ich nämlich fast senkrecht – nur leicht schief. Dann kam der Countdown und ich wurde losgelassen. Ich schwang nach vorne und raste durch die Luft. Mit dem Wind im Gesicht schwang ich vorwärts. Ich konnte sehen, wie ich das Ufer überflog und über dem Wasser wieder in die Höhe geschwungen wurde. Da erreichte ich den höchsten Punkt meines Schwungs. Es fühlte sich so an, als gäbe es keine Schwerkraft. Für den Bruchteil einer Sekunde schwebte ich in der Luft und blickte nur auf den See hinunter. Rasch ging dieser Moment aber wieder vorbei. Eine Zeit lang schwang ich noch hin und her, bis ich von dem Kletterführer abgebremst wurde. Nach diesem Erlebnis hatte ich ein tolles Gefühl. Das Adrenalin, das mir bei meinem Sprung durch die Adern geschossen ist, war dabei abzuklingen, trotzdem war ich noch aufgeregt. Ich war stolz auf mich, so etwas getan zu haben und die Möglichkeit bekommen zu haben, so etwas zu erleben. 

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