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Klima & Umwelt

Presslufthammer her und ran an den Beton

Lesedauer: 2 Minuten
  • Was ist eigentlich Bodenentsiegelung, wie funktioniert sie und wozu ist sie notwendig?

Wer den Weg ans BORG Deutsch-Wagram täglich mit dem Zug bewältigt, wird es wahrscheinlich bereits aufgefallen sein: Kaum verlässt man den Bahnhof, offenbart sich eine Betonwüste. Gehsteig links, Straße in der Mitte und rechts noch einmal ein betonierter Gehsteig. Wie kann sich das ändern?

Das obere Beispiel stellt ein Sittenbild für Österreich da: Eine Fläche mit einer Größe von 16 Fußballfeldern wird täglich „zubetoniert“. Um dem Klimawandel samt seiner Begleiterscheinungen, die in Umweltkatastrophen übergehen können, aufzuhalten, müssen jedoch auch bereits versiegelte Flächen befreit, kurz gesagt entsiegelt werden.

Der Weg vom BORG zum Bahnhof Deutsch-Wagram ist ausnahmslos versiegelt.

Unversiegelte Böden sind wichtig, da diese bei starken Regenfällen Wasser aufnehmen, sodass es zu keinen Überschwemmungen kommt. Außerdem sorgt ein natürlicher Boden für Abkühlung in den immer heißer werdenden Sommermonaten und sind die Basis für jegliche Natur.

Also, Presslufthammer her und ran an den Beton!

Leider wird das alleine nicht funktionieren, um einen zuvor verbauten Boden zu entsiegeln. Vorher müssen einige Arbeitsschritte abgearbeitet werden: Nach dem Entfernen des Betons oder Asphalts muss zuerst der Boden aufgelockert und im gegebenen Fall mit Humus (Kompost) und/oder Sauerstoff angereichert werden. Damit sich die wichtigen Regenwürmer wieder richtig wohlfühlen, sollte die neue, „betonfreie“ Fläche schlussendlich begrünt werden.

Potenzielle entsiegelbare Flächen gibt es genug: leerstehende Industriegelände, zu breite Straßen; das sind nur wenige Beispiele. Oft kann auch ein Kompromiss zwischen Beton und Grünfläche eingegangen werden, wie zum Beispiel mithilfe von Rasengittern auf Parkplätzen. Bei diesen handelt es sich um Gitter aus Beton, zwischen welchen ein Rasen wachsen kann (siehe Bild unten). Herr Professor Sturc, der mit dem Auto zur Schule pendelt, würde es wie viele andere Autofahrerinnen und Autofahrer nicht stören, falls der derzeitige Parkplatz mit Rasengittern umgebaut werden würde.

Rasensteine stellen auf Parkplätzen eine gute Alternative zu Asphalt dar.

Zwar kann ein Rasenstein-Parkplatz keine Überschwemmung verhindern, trotzdem entlastet er bei Regenfällen die Kanalisation erheblich und stabilisiert den Wasserhaushalt. Zugleich sind die gewonnene Grünfläche Lebensraum und Nahrungsquelle für Bienen, Schmetterling und Co.

Es wäre falsch zu glauben, dass die Bodenentsiegelung all unsere Probleme lösen kann. In erster Linie sollte man sich zum Ziel setzen, das Verbauen der „grünen Wiese“ in Zukunft soweit wie möglich einzuschränken. Gleichzeitig ist aber auch auf die Entsiegelung nicht zu vergessen, denn diese bringt viele Vorteile für uns Menschen sowie die Umwelt mit sich und verschönert gleichzeitig das Ortsbild.

Weitere Informationen und Konzepte zur Bodenentsiegelung findet ihr hier: Entsiegelung: Wie aus Straßen und Parkplätzen wieder Natur wird – Edition Zukunft – derStandard.at › Edition Zukunft

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Til

Von Til

Hi, mein Name ist Til! Journalistisches Arbeiten ist meine Leidenschaft und ich verfolge das tägliche politische Geschehen; daher bin ich glücklich, Teil des Schülerblogs zu sein. Ich besuche den Kunstzweig (obwohl ich nicht gut zeichnen kann) und trage im Gegensatz zu dem Bild hier keinen Dutt…

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