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Gesellschaft & Soziales

Sixto Rodriguez auf der Spur: Der Sänger, der verschwand und als Rockstar wieder auftauchte

Lesedauer: 2 Minuten

Das Leben von Sixto Rodriguez erzählt die Geschichte eines Musikers, dessen verlorene Songs eine Revolution auf der anderen Seite der Welt auslösten. Der talentierte Singer-Songwriter veröffentlichte zwei Alben, bevor er nicht mehr aufzufinden war. Was war passiert und warum wurde er gerade in Südafrika zum Held einer Generation?

Was passierte mit Rodriguez?

Sixto Rodriguez wuchs als Sohn zweier mexikanischer Immigranten unter bescheidenen Verhältnissen in Michigan auf. In den 70er-Jahren nahm Rodriguez zwei Alben auf, die sowohl von Folk als auch Rock inspiriert sind. Allerdings fanden diese beim Publikum nur wenig Anklang. Er gab noch einige kleine Konzerte, bevor er komplett von der Bildfläche verschwand, er war wie vom Erdboden verschluckt. Gerüchten zufolge sei er während eines Konzerts gestorben.

Die Wahrheit: Er konnte von seiner Musik nicht leben und war gezwungen, seinen Traum als Musiker aufzugeben und sich einen normalen Job zu suchen. Doch zu dieser Zeit wusste dies niemand und die Gerüchteküche brodelte weiter. 

Widerstand durch Musik 

Bis heute ist unklar, wie seine Alben den Weg nach Südafrika fanden. Doch eines ist gewiss, sie veränderten das Land für immer. Zu dieser Zeit herrschte in Südafrika ein grausames System der Unterdrückung der Nicht-Weißen Bevölkerung, das Apartheidregime. People of color dürfen sich nicht an Wahlen beteiligen und dürfen nur in bestimmten Gebieten wohnen. Es gab getrennte Einrichtungen im Bereich der Gesundheitsversorgung, des öffentlichen Verkehrs und der Bildung.

Gegen das Regime wird vor allem von der indigenen Bevölkerung friedlich protestiert. Die Musik von Rodriguez wurde zum Zeichen des Widerstands. Seine Songtexte behandeln Themen wie soziale Gerechtigkeit und persönliche Reflexion. Außerdem sprachen sie sich gegen jede Art von Gewalt und gegen Krieg aus. Sie war wie gemacht für genau jene Menschen, die schon so lange für ein demokratisches und gerechtes Südafrika kämpften.

Garbage ain’t collected, women ain’t protected. Politicians are using, people they’re abusing.”

Sixto Rodriguez

Die Suche nach dem Superstar

Nahezu jeder Haushalt in Südafrika besaß zu dieser Zeit eine Platte von Rodriguez. Millionen von Menschen waren seine Fans, doch keiner wusste, wer dieser Rodriguez eigentlich war. Weder woher er kam, noch wie man ihn finden konnte. 

In den frühen 1990er Jahren machte sich eine Gruppe südafrikanischer Fans daran, die Wahrheit über das Leben und die Karriere von Rodriguez aufzudecken. Einer dieser Fans, Stephen „Sugar“ Segerman, begann seine Suche 1996 in der Hoffnung, Rodriguez aufzuspüren und mehr über seine Musik und sein Leben zu erfahren. Segerman und seine Freunde kontaktierten zunächst Plattenlabels, Musikverlage und andere Quellen in den Vereinigten Staaten, aber sie fanden nichts.

Trotzdem setzten sie ihre Suche fort und erzielten schließlich einen Durchbruch. Sie schafften es, die Tochter von Rodriguez zu kontaktieren. Mit ihrer Hilfe konnten sie ihn ausfindig machen. Dieser lebte zu der Zeit ein bescheidenes Leben in Michigan und arbeitete auf dem Bau. 

Das Wunder wurde zur Realität

Rodriguez war fassungslos, als er von seiner Popularität in Südafrika erfuhr und reiste 1998 für eine Reihe ausverkaufter Konzerte nach Kapstadt. Die Auftritte waren ein großer Erfolg und Rodriguez wurde von seinen südafrikanischen Fans als Held gefeiert. Die Wiederentdeckung seiner Musik und seine Geschichte wurden später in der Dokumentation „Searching for Sugar Man“ (kann ich sehr empfehlen 😄) festgehalten.

Heute tritt Rodriguez weiterhin auf und arbeitet noch immer an seiner Musik. Seine Geschichte ist ein Beweis für die Kraft der Musik, wie sie Grenzen überschreiten und Barrieren überwinden kann und wie Hoffnung und Veränderung dadurch inspiriert werden. 

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