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Psychologie & Mindset

Stockholm-Syndrom: Verliebt in den Entführer?

Lesedauer: 2 Minuten

Jeder kennt sie, Natascha Kampusch, ein Mädchen, welches mit 10 Jahren entführt und jahrelang bei ihrem Entführer eingeschlossen worden ist. Acht lange Jahre wurde sie von ihrem Entführer eingesperrt und hatte psychische und physische Gewalt erlebt, doch heute hört man immer wieder in diversen Zeitungsartikeln, dass Natascha Kampusch in der Öffentlichkeit während ihrer Entführung gesehen worden ist. Warum hat sie sich nicht bemerkbar gemacht?

Die Antwort für viele Psychologinnen und Psychologen ist, dass Natascha Kampusch womöglich am Stockholm-Syndrom leidet. Doch nicht nur bei Natascha wurde dieses Phänomen beobachtet, sondern auch bei Geiselnahmen, wie auch 1973 in Stockholm, wo zum ersten Mal diese Verhaltensstörung beobachtet wurde. Nicht nur während der Geiselnahme zeigten die entführten Personen Sympathie für ihren Kidnapper, sondern auch lange nach der Entführung besuchten sie ihn im Gefängnis. Doch wie kann es sein, dass man für jemanden Sympathie verspürt, der nichts Gutes mit dir im Sinn hat? 

Viele Psychologinnen und Psychologen gehen davon aus, dass verschiedene Gründe dafür möglich sein könnten, wie zum Beispiel:

  • Wahrnehmungsverzerrung durch Einsamkeit 
  • Geiseln denken, sie sind nur zufällig in dieser Situation
  • Misstrauen gegenüber der Polizei bewirkt das Gefühl des Alleingelassenwerdens 
  • bereits wenig Zuneigung des Täters werden als große Hilfe und Glück angesehen 

Hunderte Psychologinnen und Psychologen forschen weltweit an diesem Phänomen, doch bis heute ist das Stockholm-Syndrom keine anerkannte Krankheit, sondern nur eine Verhaltensstörung. Außerdem hat man bis heute keine medikamentöse oder auch gezielte Therapie dafür gefunden, doch wie kann man nun Menschen helfen, die am Stockholm-Syndrom leiden?

Laut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verblassen die positiven Emotionen der Opfer über die Geiselnahme nach einer Weile. Von Mensch zu Mensch kann es Tage bis Jahre dauern, bis sich die Wahrnehmung des Opfers wieder ändert. Eine Psychotherapie kann diesen Prozess durch die Aufarbeitung der erlebten Ereignisse unterstützen. Durch die Therapie können vergangene Situationen wieder erlebt und mit anderen Emotionen in Verbindung gebracht werden, um so die Opfer wieder ein normales Leben zu ermöglichen.

Quellen:

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