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Unterdrückung durch die Erdbeerfee

Lesedauer: 2 Minuten

Besuch der Erdbeerfee oder der Tante Rosa, die Tage oder die Regel haben, auf der roten Welle surfen,… so und noch viel kreativer beschreiben wir ein Phänomen nämlich, dass Frauen und Mädchen aus ihrer Vagina bluten, um ihre Gebärmutterschleimhaut loszuwerden.

Lass mich raten, bevor du auf diesen Artikel geklickt hast, hast du verstohlen nach links und rechts geschaut, um dich zu versichern, dass dich auch ja niemand beim Lesen beobachtet. Und dafür gibt es einen Grund “Period Shaming”, also der Scham wegen der eigenen Regel. Denn welches Mädchen redet denn bitte über ihre Tage? Wer nimmt für alle sichtbar eine Binde oder ein Tampon mit aufs Klo? Die Menstruation ist etwas absolut Ekliges, darüber kann man und frau nur im Flüsterton reden, wenn überhaupt.


Und genau da liegt das Problem, denn obwohl wir uns alle als offen und aufgeschlossen bezeichnen, geben wir etwas völlig Natürlichem und in Wahrheit Notwendigem die Macht, Frauen und Mädchen zu unterdrücken.
Aber fangen wir mal rein biologisch an: Was ist die Regel überhaupt? Die Menstruation ist Teil des weiblichen Zyklus. Ihre Menarche (also die erste Regel) haben die Meisten zwischen 11 und 14 Jahren. Während der Regel wird die Gebärmutterschleimhaut ausgeschieden. Nachdem das vorbei ist, beginnen die Eierstöcke eine Eizelle auszubilden. Gleichzeitig baut die Gebärmutter wieder eine Schleimhaut auf, die der befruchteten Eizelle ein “Nest” bietet. Sobald die Eizelle fertig ausgebildet ist, kommt es zum Eisprung und die Zelle wird freigegeben. Jetzt kann sie befruchtet werden. Wenn das nicht passiert, wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und alles beginnt wieder von vorne, jeden Monat. Zusammengerechnet käme man auf etwa 7 Jahre Besuch von Tante Rosa bei jeder Frau und jedem Mädchen.


Je nach Kultur und Religion ist es unterschiedlich, wie damit umgegangen wird. In den meisten Fällen allerdings wird die Periode geschickt zur Unterdrückung verwendet, wie etwa durch den Mythos, dass Frauen während ihrer Periode “unrein” seien. Außerdem, so glaubte man früher in Frankreich, führt Sex während der Regel zu der Geburt eines Monsters. Diese Aberglauben sind so tief in uns Menschen verankert, dass es immer noch Länder gibt, in denen sich Frauen und Mädchen absondern müssen und diese Zeit in kleinen, stickigen und dreckigen “Menstruationshütten” verbringen. Dadurch und durch unzureichende Hygieneprodukte kommt es dazu, dass im Durchschnitt eines von 10 Mädchen während ihrer Tage nicht in die Schule gehen kann und somit bis zu 5 Jahre Schulbildung verpasst.


Dennoch gibt es auch Kreise, in denen die Menstruation als etwas Wichtiges angesehen wird. In Japan oder den USA etwa wird die Menarche gefeiert. Die Cherokees glauben daran, dass das Menstruationsblut sogar die Kraft hat, Feinde zu besiegen. Und auch bei den Sikhs wird die Regel als etwas Gutes und Besonderes betrachtet.
Warum also schämen sich so viele dafür? Warum wird man schief angeschaut, wenn eine Frau offen zugibt, dass sie ihre Tage hat? Warum lassen wir zu, dass Frauen wegen natürlichen Abläufen diskriminiert und unterdrückt werden?


Wie immer treffen diese Verhaltensweisen nicht auf alle zu, aber doch immer noch auf die Mehrheit. Da läuft doch ganz klar irgendetwas falsch in unserer Gesellschaft! Wir leben im 21. Jahrhundert; alle Menschen, unabhängig vom Geschlecht, Herkunft oder Religion sollten wissen, was während und rund um die Menstruation so abgeht. Und leistbare Hygieneprodukte; gibts doch eh für alle, oder? Ganz klar: NEIN! Wir müssen anfangen, offener damit umzugehen und auch wenn es ungewohnt ist, aufhören uns dafür zu schämen. Es ist etwas Natürliches und gehört zum weiblichen Körper dazu. Freundet euch damit an, ALLE!

Quellen:

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